„Psychisch kranke Eltern“- was macht der Beistand? ¦ Wiler-Tagung vom 5. Oktober 2017

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Kurzinfos

  • Datum: Donnerstag, 5. Oktober 2017
  • Zeit: 9:15 Uhr bis 16:30 Uhr (Türöffnung 8:45 Uhr)
  • Ort: Stadtsaal, Bahnhofstrasse 6, 9500 Wil
  • Kosten: 160.- für OVBB-Mitglieder; 210.- für Nicht-Mitglieder des OVBB
    (jeweils inklusive Mittagessen)
  • Die Ausschreibung und das Programm befindet sich unten unter Downloads.

 

Anmeldebedingungen

  • Der Anmeldeschluss war am 22. September 2017.
  • Bitte richten Sie Rückfragen zu An- oder Abmeldungen ausschliesslich an kassier@ovbb.ch

Themen und Inhalte

„Psychisch kranke Eltern“- was macht der Beistand?

„In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist wiederum ein Irrsinn für sich.“ schrieb der Philosoph Voltaire bereits im 18. Jahrhundert. Man ist versucht ihm Recht zu geben. Gerade im Berufsalltag als Beistandsperson, begegnet man vielen Menschen mit psychischen Problemen und auch deren Kindern.

Wenn Eltern psychisch erkranken, sind ihre Kinder in vielfacher Weise davon betroffen. In der Schweiz geht man von ca. 50 000 Kinder aus, die zumindest einen Elternteil haben, welcher mit einer schweren psychischen Erkrankung kämpft (Mattejat et al. 2011).

Ergebnisse der Risikoforschung zeigen indes, dass es sich lohnt, sich um diese belasteten Kinder zu kümmern, denn zahlreiche empirische Studien haben den Zusammenhang von psychischer Erkrankung der Eltern und Störungen der kindlichen Entwicklung bestätigen können. So muss davon ausgegangen werden, dass das Störungsrisiko bei Kindern von psychisch kranken Eltern stark erhöht ist, im Vergleich zu Kindern, deren Eltern psychisch gesund sind.

 

Im Umgang mit den betroffenen Familien stellen sich zahlreiche Fragen:

  • Was bedeutet es, wenn ein Elternteil an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, Depression oder Schizophrenie (etc.) leidet? Wie denken, fühlen und handeln diese Menschen?
  • Wie kann mit den betroffenen Menschen umgegangen werden? Inwieweit ist ein psychisch erkrankter Mensch für sein Handeln verantwortlich?
  • Was bedeutet die psychischen Erkrankung für die Erziehungsfähigkeit?
  • Was ist bei der Aufklärung der betroffenen Kinder zu beachten? Sollen diese überhaupt über die Krankheit informiert werden?
  • Was bedeutet es für die Kinder an den Wochenenden oder in den Ferien bei den Eltern zuhause zu sein?
  • Was bedeutet dies für den Umgang mit psychisch kranken Eltern und die Gesprächsführung?
  • etc.

Im Rahmen unserer Tagung wird die Wichtigkeit aufgezeigt, betroffene Kinder und deren Familien adäquat zu stützen. Zum verbesserten Grundlagenverständnis werden verschiedene, in diesem Zusammenhang besonders relevante Störungsbilder, wie Schizophrenie, Depression und Borderline Persönlichkeitsstörung gut verständlich und fundiert dargestellt.

In einem weiteren Schritt wird auf das Konzept der Erziehungsfähigkeit eingegangen. Hier werden einzelne Risiko- und Schutzfaktoren erläutert und Beurteilungsaspekte zur Erziehungsfähigkeit dargestellt sowie die Auswirkung der einzelnen Störungsbilder auf die Erziehungsfähigkeit besprochen.

Wir freuen uns auf einen spannenden und anregenden Tag mit Dr. Daniel Gutschner vom Institut für Forensik und Rechtspsychologie.

 

Anmeldung

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